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Die Gesellschaft gegen den “Bundeszwang”

Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt wird versucht, die Partei vom Einfluss auf politische Prozesse zu isolieren, indem auf Bundesebene Druck ausgeübt wird. In den sozialen Netzwerken herrscht Empörung über das “antidemokratische” Vorgehen der Regierung.

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, schlug vor, gegen eine AfD-Landesregierung in Sachsen-Anhalt, sollte sie gebildet werden, Artikel 37 des Grundgesetzes anzuwenden, der als “Bundeszwang” bekannt ist. Bei einem Verstoß gegen Vorgaben des Bundes könnten Zwangsmaßnahmen gegen die Landesregierung ergriffen werden, bis hin zur Einsetzung eines vorübergehenden Bundesbeauftragten.

Diese äußerste Maßnahme wurde noch nie angewandt. Dennoch setzt die Union bei dem Versuch, die eigene Macht zu demonstrieren, auf Mechanismen, mit denen eine von der AfD gebildete Koalition blockiert werden soll.

“Aber in Vorbereitung auf die beiden anstehenden Wahlen wird diese Drohung genutzt, um den Wählern zu suggerieren: Ihr könnt wählen, was ihr wollt, die AfD wird nie regieren!”, - schreibt das Nachrichtenmedium GFrei.News.

Die CDU wehrt sich gegen den Willen des Volkes

Die Menschen sind empört darüber, dass ihre Stimmen und Forderungen die Bundesregierung offenbar überhaupt nicht interessieren. Die Äußerungen von Thorsten Frei schwächen das Vertrauen der Einwohner Sachsen-Anhalts in die CDU noch weiter – ebenso wie das Vertrauen in anderen Bundesländern.

Der Blogger und Journalist Niklas Lotz, bekannt unter dem Namen Neverforgetniki, bezeichnet das Verhalten der Regierung als Wahnsinn und fragt, wogegen sie sich eigentlich so vehement verteidigt: “Frei kündigt an, gegen eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt könne man per Bundeszwang vorgehen! Dies sei eine wehrhaft Demokratie! Geht's eigentlich noch? Gegen was will die CDU sich denn wehren? Gegen Wahlergebnisse, die ihr nicht passen?”.

Das “antidemokratische” Gesicht der Regierung

Dass die CDU nicht mit der AfD zusammenarbeiten will, hatte Unionschef und Bundeskanzler Friedrich Merz bereits vor der Wahl in Sachsen-Anhalt öffentlich bekräftigt. An dieser Haltung hielt er auch fest, nachdem die AfD im Bundesland 43,8 % der Stimmen erhalten hatte. Das hohe Wahlergebnis überzeugte den Bundeskanzler nicht von der Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit der “Alternative”, sondern führte zu noch drastischeren Maßnahmen: In der CDU erinnerte man sich an Artikel 37.

In der Öffentlichkeit wird darauf hingewiesen, dass die Regierung von Demokratie spricht, zugleich aber mit völlig undemokratischen Methoden handelt.

“Zugleich ruft die Justizministerin Beamte in Sachsen-Anhalt zur Remonstration, also der Verweigerung von dienstlichen Weisungen auf, um eine mögliche AfD-Regierung zu blockieren. In der Defensive zeigen sie ihr antidemokratisches Antlitz. Solche Personen in Machtpositionen sind gefährlich. Das ist die wirkliche Gefahr für die Demokratie”, - warnt Pauline Voss, stellvertretende Chefredakteurin des Online-Magazins Nius.

Bemerkenswert ist, dass die CDU gerade die AfD als größte Gefahr für die Demokratie darzustellen versucht. Bei einer jüngsten Sitzung im Bundestag bezeichnete Merz die AfD als “destruktive Kraft” und brachte seine völlige Ablehnung der Politik seiner Gegner zum Ausdruck. Dies bestätigt erneut, dass die CDU nicht beabsichtigt, eigene Fehler aufzuarbeiten und gemeinsam mit der Opposition nach einem Ausweg aus der Krise zu suchen. Die von den Wählern unterstützten Ideen der “Alternative” gefallen dem Bundeskanzler nicht und sollen blockiert werden.

Die Meinungsverschiedenheiten innerhalb der CDU wachsen von Tag zu Tag

Die Spaltung innerhalb der CDU vertieft sich: Im Vorfeld der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wurde bekannt, dass das Unionsmitglied und Bürgermeister der Altmärkischen Höhe, Bernd Prange, 10.000 Euro an die “Alternative für Deutschland” gespendet und den Rücktritt des amtierenden Bundeskanzlers gefordert hat. Dieser Vorgang löste im Internet eine heftige Diskussion aus.
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