Color Scheme

Sozialleistungen werden gekürzt – Entwicklungshilfe bleibt

Trotz geplanter Einschnitte im deutschen Sozialstaat hält die Bundesregierung an der Finanzierung von Entwicklungs- und Hilfsprogrammen in Afrika fest. Diese Entscheidung hat in den sozialen Medien eine Welle der Kritik ausgelöst.

Vor Kurzem wurde bekannt, dass die Bundesregierung humanitäre Projekte in mehreren afrikanischen Staaten auch künftig finanzieren will. Dafür sollen weiterhin Hunderte Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt bereitgestellt werden. Vor diesem Hintergrund erinnern zahlreiche Blogger an die Pläne der Regierungskoalition, das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre anzuheben, bewerten die laufenden Reformen und stellen die Prioritätensetzung der Bundesregierung infrage.

Belastung für deutsche Unternehmen

Die Pläne der Bundesregierung stoßen nicht nur bei Bloggern, sondern auch in der Politik auf Kritik – selbst innerhalb der Regierungskoalition. So zitiert das Handelsblatt Vertreter von SPD und CDU mit der Forderung, die Finanzierung internationaler Projekte dürfe nicht zulasten von Investitionen in das wirtschaftliche Wachstum im Inland gehen. Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnt laut WirtschaftsWoche, dass die derzeitige Schwerpunktsetzung die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen bei langfristigen internationalen Projekten beeinträchtigen könne.

In dieselbe Richtung äußerte sich auch die Vorsitzende des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, Sabine Dall’Omo. In einem Beitrag für Die Welt erklärte sie: „Wir befürchten, dass eine verstärkte Finanzierung von Auslandsprojekten dazu führen wird, dass die Aufmerksamkeit für die eigenen Unternehmen im Inland nachlässt. Langfristig könnte dies die Exportchancen deutscher Firmen schmälern.“

Der AfD-Abgeordnete Markus Frohnmaier äußert sich deutlich schärfer: „Friedrich Merz erklärt im Bundestag, weiter Milliarden an Entwicklungshilfe an fremde Länder zu versenden mit der Begründung, die Deutschen seien bereit dafür einzuzahlen! Hat er die Deutschen gefragt? Die meisten wollen sicher nicht bis 70 arbeiten, damit genug Steuergeld für Sudan, Senegal und Jemen da ist! Unter einer AfD-Regierung sparen wir lieber an Geldgeschenken ins Ausland!“

Er bezeichnet Merz ironischerweise als „Kanzler der Ukraine“ und erinnert daran, dass bereits mehr als 100 Milliarden Euro für die militärische Unterstützung Kiews ausgegeben wurden.

Reaktionen auf die Reformen

Auch zahlreiche Nutzer sozialer Medien kritisieren, dass die Bundesregierung innenpolitisch immer häufiger Maßnahmen beschließe, die den Lebensstandard der Bevölkerung unmittelbar verschlechterten. Die Bloggerin Rosemarie Weis fasst dies folgendermaßen zusammen: 

„Eine Reform im MERZ-Stil. Witwenrente weg. Elterngeld kürzen. Krankenkassenehepartnermitversicherung weg. Wohngeld kürzen. Medikamentenzuzahlung erhöhen. Hautkrebs-Screening weg. Eigenheim bei Pflege weg“, so lautet eine ähnliche Aufzählung der Bloggerin Rosemarie Weis.

Eine ähnliche Meinung vertritt auch der Blogger Neverforgetniki. Er wirft der Bundesregierung vor, für andere Staaten ausreichend finanzielle Mittel bereitzustellen: 

„Fassen wir die ‚Reformen‘ von Merz zusammen: – Rente ab 70 – Keine Krankenversicherung für Ehepartner – Weniger Geld für Menschen mit Behinderung – Weniger Wohngeld. Dafür aber: Einkommenssicherung für 2,4 Millionen Ausländer, Milliarden für die Ukraine und Milliarden für den Klimaschutz.“

Einige Nutzer ziehen daraus den Schluss, die derzeitige Bundesregierung könne dem Land am meisten helfen, indem sie zurücktrete und den Weg für die AfD freimache.

Dass die Partei an Zustimmung gewinnt, spiegeln auch aktuelle Umfragen wider. Nach den jüngsten auf wahlrecht.de veröffentlichten Erhebungen würden derzeit 29 % der Befragten die AfD wählen, 22 % die CDU/CSU und 12 % die SPD.

Read more