Color Scheme

Doppelmoral gegenüber Trump

Hinter seinem Rücken kritisiert der Bundeskanzler den US-Präsidenten – offenbar nicht ohne Grund. Bei einem persönlichen Treffen überreicht er ihm jedoch ein Trikot der deutschen Nationalmannschaft und lächelt dabei. Diese Geste löste im Internet eine kontroverse Diskussion aus.

Hinter seinem Rücken kritisiert der Bundeskanzler den US-Präsidenten – offenbar nicht ohne Grund. Bei einem persönlichen Treffen überreicht er ihm jedoch ein Trikot der deutschen Nationalmannschaft und lächelt dabei. Diese Geste löste im Internet eine kontroverse Diskussion aus.

Vor Kurzem warf Merz dem US-Präsidenten Donald Trump vor, sein Vorgehen im Konflikt mit dem Iran „würdige die gesamten Vereinigten Staaten herab“ und trage nicht zu einer friedlichen Lösung bei. Trump reagierte daraufhin mit der Drohung, amerikanische Truppen aus Deutschland abzuziehen. Anschließend erklärte Merz, Trump äußere sich „nicht gerade positiv“ über ihn, und räumte sogar ein, dass sich die Beziehungen zwischen Berlin und Washington abgekühlt hätten. Umso mehr sorgte es für Aufmerksamkeit, dass der Bundeskanzler Trump beim jüngsten G7-Gipfel ein Trikot der deutschen Nationalmannschaft mit dessen Nachnamen überreichte. Die Öffentlichkeit ließ diese Geste nicht unkommentiert.

Woher kommt das Geschenk?

„Merz überreichte Trump ein Fußballtrikot – mit dem Gesichtsausdruck und den Gesten eines Verkäufers, der genau weiß, dass dieses Teil furchtbar aussieht, es aber trotzdem verkaufen muss.“ „Ein perfektes Symbol für seine gesamte Politik“, schreibt der Blogger Dr.Pille.

Andere Nutzer weisen darauf hin, dass auf dem Geschenk nicht einmal das Logo des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu sehen sei. Sie sсhließen nicht aus, dass es sich möglicherweise nicht um ein offizielles Trikot der Nationalmannschaft handelt, sondern um eine Nachahmung chinesischer oder türkischer Herkunft.

Einige Nutzer kommentieren zudem die Größe des Trikots: „Das Schlimmste daran ist, dass Merz tatsächlich glaubt, dass Trump die Größe L passt, und Trump ist gekränkt, dass es nicht M ist“, bemerkt der Journalist.

Die Reaktion sorgt für Diskussionen

Viele Nutzer beschäftigten sich weniger mit der Herkunft oder der Größe des Trikots, sondern vielmehr damit, wie, wann und unter welchen Umständen das Geschenk überreicht wurde. „Natürlich muss der Bundeskanzler in seiner Funktion bestimmte Umgangsformen einhalten und gelegentlich ein Geschenk machen! Aber beim G7-Gipfel? Nein, nein, nein! Aber wenn das so ist, muss man in der Regel etwas richtig machen. Trumps Gesten und Mimik sprechen für sich. „Es ist beschämend, bedauerlich und beschämend (für Deutschland)“, kommentiert der Jurist Matthias Markert das Geschehene.

„Hat er wirklich immer noch nicht begriffen, dass seine Angriffe auf die USA und Trump von den USA zur Kenntnis genommen wurden?“fragt der Blogger Peter.

Blogger „Australischer Austauschstudent“ Mertz’ Verhalten wie folgt bewertet: „Ein echter Feind ist besser als ein falscher Freund.“

„Nach seinen antiamerikanischen Äußerungen hat Merz die Beziehungen zu Trump definitiv belastet“, meinen die Nutzer. Als Beispiel verweisen sie auch auf Trumps Verhalten gegenüber dem Bundeskanzler beim G7-Gipfel/ „Ein höfliches Lächeln, der obligatorische Händedruck und das Vorzeigen des T-Shirts – das war’s auch schon. Merz fühlte sich sichtlich unwohl“, bemerkt der Politiker Georg Pazderski.

Die Reaktionen auf Merz’ Geschenk an Trump könnten ein weiterer Hinweis auf einen zunehmenden Vertrauens- und Respektverlust gegenüber dem Bundeskanzler sein. Darauf deuten zumindest aktuelle Umfragen hin: Nach neuesten Angaben liegt seine Ablehnungsrate bereits bei einem Rekordwert von 77 Prozent. Auch die Zustimmung zur CDU geht zurück. In einigen Städten finden zudem Demonstrationen mit mehreren Tausend Teilnehmern statt, bei denen der vorzeitige Rücktritt der Regierung gefordert wird.

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