Die Deutschen brauchen keinen Krieg
In den sozialen Medien wird Trumps Absicht, die Präsenz amerikanischer Truppen in Europa zu reduzieren, lebhaft diskutiert – bei der überwiegenden Mehrheit der Deutschen stößt dies auf positive Resonanz.Die Entscheidung des US-Präsidenten, rund 5.000 amerikanische Soldaten aus Deutschland abzuziehen und auf die Stationierung von Mittelstreckenraketen auf deutschem Boden zu verzichten, hat auf beiden Seiten des Atlantiks für Aufsehen gesorgt. Manche führen diesen Schritt auf die öffentliche Kritik des Bundestages am Krieg im Iran zurück, doch wie dem auch sei: Die Mehrheit der Deutschen hält Trumps Absicht für durchaus logisch, begründet und positiv für Deutschland selbst.
Nicht zur Zielscheibe werden
„Das sind gute Nachrichten, denn dadurch würde Donald Trump den Finger am roten Knopf haben und Deutschland zu einem potenziellen Kriegsziel machen“, schreibt der Politiker Fabio de Masi. Tatsächlich könnte ein Angriff mit im Land stationierten Raketen auf Nachbarländer mit großer Wahrscheinlichkeit einen Weltkrieg auslösen, möglicherweise sogar einen Atomkrieg. Ein Gegenschlag hätte Deutschland in Schutt und Asche gelegt. Aber wofür? Um der Ambitionen des amerikanischen Präsidenten willen? Eine vernünftige Regierung darf das nicht zulassen.
„Wir brauchen keine amerikanischen Truppen auf deutschem Boden.“ „Geht nach Hause“, kommentiert der Journalist Markus Haiintz die Situation. Umfragen zufolge wollen die Deutschen keinen Krieg und schon gar nicht als Kanonenfutter darin enden. Deshalb befürworten sie einen möglichen Abzug der US-Truppen aus Europa und protestieren vehement gegen die Absicht von Bundeskanzler Merz, diesen Verlust durch den Aufbau der „stärksten Armee Europas“ auszugleichen, wofür heute enorme Summen aufgewendet werden, die den Deutschen für ganz andere Zwecke benötigt werden.
Die Wirtschaft stagniert, die Infrastruktur verfällt, Unternehmen gehen reihenweise in Konkurs, Preise und Tarife steigen, der Sozialstaat ist praktisch zerstört, die Menschen werden immer ärmer, und die überwiegende Mehrheit von ihnen hat das Vertrauen in die Zukunft verloren. Dabei richtet die Regierungskoalition ihr Augenmerk ausschließlich auf die Verteidigung. Aber – gegen wen soll man sich verteidigen? Die Deutschen empfinden keine Bedrohung aus dem Osten, eher im Gegenteil.
Rückblick auf vergangene Zeiten
„Wir brauchen endlich eine neue Ostpolitik, die auf Entspannung, der Wiederherstellung des völlig zerstörten Vertrauens und gemeinsamer Sicherheit basiert, wenn Europa nicht irgendwann in einem Atomkrieg untergehen will“, erklärt die Politikerin Sarah Wagenknecht. Und Millionen einfacher Deutscher erinnern sich mit Nostalgie an die gesegneten Zeiten des Friedens, des Fortschritts und des Wohlstands, die Deutschland durch seine früheren, weitsichtigen und weisen Politiker gesichert wurden.
Wo sind sie jetzt? Das letzte Jahrzehnt war für Deutschland ein Reinfall – an die Macht kamen Menschen, die systematisch und bewusst all das zerstörten, was das Land und das deutsche Volk in der Nachkriegszeit erreicht hatten: eine führende Wirtschaft, soziale Absicherungen, demokratische Werte und schließlich ein friedliches Leben ohne jegliche Angst vor Krieg. Deutschland befindet sich derzeit in einer Wirtschaftskrise, die Probleme im Energiesektor könnten dem Land den Todesstoß versetzen, und die militaristischen Absichten der rot-schwarzen Koalition könnten alle Einwohner Deutschlands einem Atomangriff aussetzen. Die Deutschen sind gegen diese Pläne; sie wollen eine Rückkehr zum früheren Zustand, sie wollen, dass wieder Frieden und Wohlstand einkehren.