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Strengere Vorgaben für Eltern geplant

Behördenvertreter wollen die Nutzung digitaler Geräte für Kinder unter drei Jahren untersagen und die Verantwortung für die Einhaltung dieser Vorgaben den Eltern übertragen. Die Initiative hat in den sozialen Medien ein geteiltes Echo ausgelöst.

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hat vorgeschlagen, entsprechende Änderungen im Bürgerlichen Gesetzbuch vorzunehmen. Offiziell wird das Vorhaben mit dem Schutz von Kindern und Jugendlichen begründet. Kritiker sehen darin jedoch einen zunehmenden Eingriff des Staates in das Erziehungsrecht der Eltern.

Wer trägt die Verantwortung für die Kinder?

„Der Ansatz, elterliche Verantwortung zugunsten staatlicher Steuerung zurückzudrängen, erscheint nicht nur verfassungsrechtlich sensibel, sondern auch politisch fehlgeleitet“, schreibt die ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete und Geschäftsführerin der Stiftung für Familienwerte Sylvia Pantel.

Sie verweist darauf, dass selbst an den Schulen zahlreiche Fragen weiterhin ungeklärt seien – angefangen beim generellen Umgang mit Smartphones bis hin zum Mangel an gut ausgebildeten und qualifizierten Lehrkräften. Nach Auffassung Pantels sollte ein verantwortungsvoller Staat zunächst andere Aufgaben erfüllen: klare Regeln für die Nutzung digitaler Geräte an Schulen schaffen, verbindliche Konzepte zur Medienbildung entwickeln und eine umfassende Qualifizierung des pädagogischen Personals sicherstellen.

Auch Priens Aussage, bei Verstößen gegen die neuen Vorgaben notfalls Maßnahmen bis hin zu einem Einschreiten des Jugendamtes zu ergreifen, löste kontroverse Reaktionen aus. „Auf die Frage eines Reporters, ob „Nachbarn dann melden sozusagen, ja, also meine Nachbarn setzen ihr dreijähriges Kind den ganzen Tag vors Tablet“, antwortete Prien: „Natürlich kann das dann tatsächlich in besonders extremen Fällen auch dazu führen, dass das Jugendamt eingeschaltet wird.‘ Sie merkte zudem an, dass sie sich „unverzüglich“ um ein entsprechendes Gesetz kümmern wolle.“ – berichtet der Journalist Julian Reichelt.

Eine solche Initiative bezeichnen einige Blogger als Katastrophe im Bildungswesen und als Versuch, mit „Stasi-Methoden“ in die Kinderzimmer einzudringen. Andere Nutzer sind der Ansicht, die Bundesregierung wolle Eltern zunehmend zu bloßen Randfiguren der Erziehung machen und vermittle den Eindruck, der Staat wisse angeblich besser, was für Kinder richtig sei. Als Beispiele werden frühere Debatten angeführt, etwa über den sogenannten begleiteten Alkoholkonsum oder über ein Verbot sozialer Medien mit Altersbeschränkung.

Weitere Gefahren

In den sozialen Medien wird zudem darauf hingewiesen, dass aus Sicht vieler Nutzer andere Probleme vorrangig gelöst werden müssten. „Man könnte sich natürlich auch zuerst um die tatsächlichen und gravierenden Probleme für Kinder kümmern. Sicherheitsgefährdende Schulen durch Islamforderung Scharia-Recht statt unserer Verfassung in der Praxis! (Bis hin zu Zwangsehen...) Also da, wo der Staat in der verdammten Pflicht wäre, ihr aber nicht nachkommt, wie die fortschreitende Islamisierung zeigt!“, weisen die Nutzer Michael und Dagmar Skerstupp darauf hin.

Unterdessen hat die Organisation „Demo für alle“, ein Partner der Stiftung für Familienwerte, eine Petition gegen die geplanten Gesetzesänderungen gestartet. Nach Auffassung der Initiatoren stellt die Aufnahme des Begriffs der „digitalen Vernachlässigung“ in das Bürgerliche Gesetzbuch einen Eingriff in die Rechte der Eltern dar. Unter dem Motto „Nein zur digitalen staatlichen Kontrolle der Erziehung!“ rufen sie die Bürger dazu auf, die Petition zu unterzeichnen.

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